„Ich möcht’ als Reiter fliegen wohl in die blut’ge Schlacht“: Die Tragödie des Friedrich Glück

Postkarte mit der Illustration des Liedes "In einem kühlen Grunde"

Sonderausstellung
vom 3. März bis 30. November 2018

Ausstellungseröffnung:
Samstag, 3. März 2018, 17 Uhr
Es musizierte das Carus Quintett.
Impressionen der Ausstellungseröffnung finden Sie hier.

Am 23. September 2018 jährt sich der Geburtstag des Komponisten Friedrich Glück zum 225. Mal. „Ein weltbekannter Unbekannter“, wie sein Freund Berthold Auerbach ihn nannte. Der 1793 in Oberensingen (heute Nürtingen) geborene Pfarrerssohn schrieb 1814 die berühmte Melodie zu Eichendorffs Gedicht „In einem kühlen Grunde“. Von Friedrich Silcher stammt der vielgesungene vierstimmige Männerchorsatz. Das Silcher-Museum in Schnait widmet Friedrich Glück in diesem Jahr eine Sonderausstellung.

Das Berufsziel des jungen Absolventen der berühmten Nürtinger Lateinschule war klar: Soldat wollte Friedrich Glück werden. Als der Sohn des Oberensinger Pfarrers als Kadett ins Louis-Jäger-Regiment einberufen wurde, traf seine Mutter der Schlag. Im wörtlichen Sinn: Sie erlitt einen Herzanfall. „Meine Familienangehörigen mit dem Arzt gaben mir das Leben meiner Mutter aufs Gewissen und verlangten, dass ich von meinem Vorhaben abstehen solle. Und so habe ich dann der kindlichen Pflicht meine Lieblingsneigung und mein Lebensglück geopfert.“ Das gibt Friedrich Glück viele Jahre später auf die Frage, warum um alles in der Welt er ausgerechnet Pfarrer geworden sei, zu Protokoll. Da hatte er schon mehrere dienstliche und gerichtliche Untersuchungen wegen seines ungezügelten Lebenswandels hinter sich.
Man untertreibt nicht, beschreibt man das Leben des Komponisten und Pfarrers Friedrich Glück als eine Tragödie. Die unbändige Lebenslust des Schwaben gerät immer wieder mit der sittlichen Engstirnigkeit seiner Zeit in Konflikt. Der schwerkranke Friedrich Glück stirbt am 1. Oktober 1840 im Alter von nur 47 Jahren in Schornbach.

Was bleibt von Friedrich Glück? Ohne Zweifel die berühmte Melodie zu Joseph von Eichendorffs Lied „In einem kühlen Grunde“. Weitere Melodien sind bereits zu seinen Zeiten als Student entstanden. Das „Schweizerheimweh“ von Rudolf Wyss gehörte im 19. Jahrhundert zu den populärsten Liedern im süddeutschen Raum und wurde noch zu Glücks Lebzeiten in den USA als Druck verbreitet. Gedichte von Goethe, Uhland und Körner hat Glück ebenso vertont wie die berühmten „Schilflieder“ von Nikolaus Lenau.
Die Ausstellung über Friedrich Glück im Silcher-Museum Schnait läuft von März bis November 2018. Die Ausstellung wird unterstützt mit Leihgaben aus den Beständen der Württembergischen Landesbibliothek Stuttgart, dem Landeskirchlichen Archiv Stuttgart, der Pfarrgemeinde Schornbach, dem Evangelischen Stift Tübingen und Privatbesitz. Zahlreiche Exponate, darunter viele Originale, lassen den Pfarrer wider Willen und den passionierten Komponisten lebendig werden.

 

Hier bekommen Sie über unser Video einen kurzen Eindruck der Sonderausstellung Friedrich Glück.

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